Musik ist eine universelle Sprache, eine Quelle von Emotionen, die Grenzen überwinden kann. Für Menschen mit Hörbeeinträchtigung ist der Zugang zu Konzertsälen und Live-Auftritten jedoch oft mit Hindernissen gespickt. Um diese Hürden zu überwinden, gibt es dank Partnerschaften zwischen engagierten Akteuren wertvolle Ansätze.
Mehr als nur ein Konzert: das Recht auf Kultur
An einem kulturellen Ausflug teilzunehmen bedeutet mehr, als nur einen Sitzplatz in einem Saal einzunehmen. Für eine Person mit Hörbeeinträchtigung ist es die Gelegenheit, einen Moment der Verbundenheit zu teilen, die Vibrationen eines Orchesters zu spüren und in eine einzigartige Atmosphäre einzutauchen. Allzu oft führt die Schwierigkeit, Gesprächen zu folgen oder feine Klänge wahrzunehmen, zu einem unfreiwilligen sozialen Rückzug. Barrierefreie Veranstaltungen bieten daher eine wertvolle Gelegenheit, diese Einsamkeit zu durchbrechen und neue Verbindungen zu schaffen.
Eine vorbildliche Partnerschaft mit dem Menuhin Festival Gstaad
Bereits zum vierten Mal setzen wir dieses Jahr unsere Zusammenarbeit mit dem Menuhin Festival Gstaad fort. Dieser feste Termin belebt die Berner Alpen von Mitte Juli bis Anfang September mit mehr als 60 klassischen Konzerten und international renommierten Künstlerinnen und Künstlern. Dank der großzügigen Unterstützung einer Stiftung, die anonym bleiben möchte, organisieren wir am 15. und 16. August zwei Ausflüge für Menschen mit Hörbeeinträchtigung, mit insgesamt über 100 geschenkten Tickets.
Die Stärke dieser Initiative liegt in ihrer umfassenden Betreuung. Indem wir nicht nur kostenlose Tickets, sondern auch den Bustransport ab Lausanne und den Aperitif dînatoire vor Ort anbieten, nehmen wir den Teilnehmenden alle organisatorischen Hürden ab, damit sie sich ganz auf die Freude an der Vorstellung und den regen Austausch konzentrieren können. Die Rückmeldungen früherer Ausgaben sind einhellig: Weit mehr als nur ein Ausflug werden diese Abende zu Erinnerungen, die im Gedächtnis bleiben.
Technologie im Dienst der Inklusion
Akustische Barrierefreiheit erfordert geeignete technische Ausstattung. Im Rahmen dieser Partnerschaft übernimmt FoRom écoute die Installation einer induktiven Höranlage im Festivalzelt. Diese Vorrichtung ermöglicht es Menschen mit einem Hörgerät in der «T»-Stellung, den Ton direkt zu empfangen, mit außergewöhnlicher Klarheit und ohne Störungen durch Umgebungsgeräusche.
Solche Anlagen in Sälen sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Sie gewährleisten eine feine Hörqualität und ermöglichen es, die Nuancen der Werke wahrzunehmen – vom Pianissimo eines Solos bis zur Kraft eines orchestralen Tutti.
Ein Netzwerk engagierter Partner
Diese Aktion in Gstaad veranschaulicht perfekt die Art von Maßnahmen, die wir umsetzen. Sie ist jedoch nur eine Facette davon. Das ganze Jahr über fördern wir die kulturelle Barrierefreiheit, indem wir Sonderangebote weiterleiten und mit bedeutenden Institutionen wie dem Théâtre de Vidy, dem Septembre Musical Montreux-Vevey sowie zahlreichen Kinos und Theatern in der Suisse romande zusammenarbeiten.
Dank dieser Partner wird Kultur zu einem echten Ort der Begegnung und des Austauschs – selbst bei den prestigeträchtigsten Veranstaltungen.
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Foto von Dirigent Alexander Shelley mit dem Gstaad Festival Orchestra (GFO), das am 15. August 2026 auftritt – einer der beiden Abende, an denen die von FoRom écoute begleiteten Personen teilnehmen dürfen. Foto zur Verfügung gestellt vom Menuhin Festival Gstaad.


